US-LNG-Exportkapazitaet ueberholt Katar 2026 nach Inbetriebnahme von Plaquemines

Mit der vollstaendigen Inbetriebnahme des Plaquemines-Terminals in Louisiana steigen die USA 2026 zum groessten LNG-Exporteur der Welt auf und ueberholen Katar deutlich.

Die Vereinigten Staaten werden im Verlauf des Jahres 2026 endgueltig zum groessten Fluessigerdgas-Exporteur der Welt aufsteigen und Katar von der Spitzenposition verdraengen. Mit der vollstaendigen Inbetriebnahme des Venture-Global-Terminals in Plaquemines, Louisiana, sowie dem Hochlaufen der ersten Phase von Corpus Christi Stage 3 (Cheniere Energy) wird die US-Exportkapazitaet auf rund 168 Millionen Tonnen pro Jahr (mtpa) steigen – gegenueber Katars derzeitiger Kapazitaet von 77 mtpa.

Das Plaquemines-LNG-Projekt allein verfuegt nach Abschluss aller 36 Verfluessigungseinheiten ueber eine Kapazitaet von 27,2 mtpa. Venture Global hatte das Terminal in nur 28 Monaten errichtet – ein Rekord in der Branche. Die Investitionen belaufen sich auf rund 21 Milliarden US-Dollar. Bereits seit Ende 2024 wurden erste Testladungen verschifft, doch die volle kommerzielle Inbetriebnahme erfolgt schrittweise bis Ende 2026.

Auch andere Projekte tragen zur Kapazitaetsausweitung bei: Cheniere Energy erweitert Corpus Christi um 10 mtpa, ExxonMobil und QatarEnergy bringen das Golden-Pass-Terminal in Texas mit 18 mtpa ans Netz, und Sempra startet Phase 1 von Port Arthur LNG. Insgesamt befinden sich entlang der US-Golfkueste rund 65 mtpa neue Kapazitaet in Bau oder Inbetriebnahme – ein Volumen, das den europaeischen Gasmarkt grundlegend veraendern wird.

Fuer Deutschland hat die US-LNG-Offensive existenzielle Bedeutung. Seit dem Wegfall der russischen Pipeline-Lieferungen Anfang 2022 hat sich die Bundesrepublik zum wichtigsten europaeischen Abnehmer von US-LNG entwickelt. Die schwimmenden Importterminals (FSRU) in Wilhelmshaven, Brunsbuettel und auf Ruegen sowie das im Bau befindliche feste Terminal in Stade verarbeiten mittlerweile rund 30 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. EnBW, RWE und SEFE haben langfristige Liefervertraege mit US-Produzenten ueber insgesamt rund 12 mtpa abgeschlossen, die ab 2026 vollstaendig fliessen sollen.

Die Marktauswirkungen sind erheblich. Der TTF-Frontmonat-Kontrakt, der europaeische Referenzpreis fuer Erdgas, duerfte laut Prognosen von S&P Global und Wood Mackenzie 2026 im Durchschnitt zwischen 28 und 34 Euro je Megawattstunde liegen – deutlich unter den Spitzen von 2022, aber weiterhin oberhalb des historischen Niveaus. Der zusaetzliche Angebotsdruck koennte die Spotpreise besonders in den milderen Wintermonaten weiter unter Druck setzen.

Geopolitisch staerken die US-LNG-Exporte die transatlantische Energiepartnerschaft. Die im Januar 2024 von Praesident Biden verhaengte Genehmigungspause fuer neue Exportprojekte wurde nach dem Regierungswechsel aufgehoben. Die neue Administration unter Praesident Trump treibt zusaetzliche Projekte wie Commonwealth LNG und Rio Grande LNG voran. Kritiker, insbesondere aus dem Umweltlager, warnen vor steigenden Methan-Emissionen entlang der Lieferkette und einer Lock-in-Wirkung fossiler Infrastruktur. Katar reagiert seinerseits mit dem North-Field-Erweiterungsprojekt, das die eigene Kapazitaet bis 2030 auf 142 mtpa anheben soll. Der Wettlauf um die globale LNG-Vorherrschaft hat damit eine neue Phase erreicht.

Nenhum comentário ainda

Seja o primeiro a comentar.

Deixe seu comentário

Entre com sua conta Canverly para comentar. Você pode usar a mesma conta em qualquer site da rede.

Entrar com Canverly