OPEC+ verlaengert freiwillige Foerderkuerzungen von 2,2 Mio. Barrel bis Ende 2026

Die OPEC+ haelt an ihrer restriktiven Angebotspolitik fest und verlaengert die freiwilligen Kuerzungen von 2,2 Millionen Barrel pro Tag bis zum Jahresende 2026, um den Brent-Preis zu stuetzen.

Die OPEC+ hat auf ihrem Ministertreffen in Wien beschlossen, die freiwilligen Foerderkuerzungen von rund 2,2 Millionen Barrel pro Tag (bpd) bis zum 31. Dezember 2026 zu verlaengern. Damit setzt das Bueundnis aus 22 Erdoelproduzentenstaaten unter Fuehrung Saudi-Arabiens und Russlands seine restriktive Marktstrategie fort, die seit Mitte 2023 die Preise am oberen Rand der Bandbreite von 75 bis 85 US-Dollar je Barrel haelt.

Saudi-Arabien traegt mit einer Kuerzung von einer Million Barrel pro Tag weiterhin die Hauptlast der Massnahme. Auch Russland, Irak, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Kasachstan, Algerien und Oman haben ihre Beitraege bis Jahresende bestaetigt. Der saudische Energieminister Prinz Abdulaziz bin Salman betonte bei der Pressekonferenz, dass die Verlaengerung ein klares Signal an die Maerkte sende: 'Wir werden weder eine Ueberversorgung noch destabilisierende Preisspruenge zulassen.'

Hintergrund der Entscheidung ist die fragile globale Nachfragesituation. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert fuer 2026 ein Nachfragewachstum von lediglich 1,1 Millionen Barrel pro Tag, waehrend die OPEC selbst optimistischer mit 1,7 Millionen Barrel kalkuliert. Insbesondere die schwaechelnde Konjunktur in China und das verlangsamte Wachstum in Europa belasten die Aussichten. Gleichzeitig draengt die Nicht-OPEC-Produktion aus den USA, Brasilien, Guyana und Kanada zusaetzlich auf den Markt.

An den Rohstoffboersen reagierte der Brent-Kontrakt mit einem Anstieg um 2,4 Prozent auf 82,30 US-Dollar je Barrel, waehrend WTI auf 78,10 US-Dollar zulegte. Analysten der Commerzbank und der Deutschen Bank sehen den fairen Preiskorridor fuer 2026 bei 78 bis 88 US-Dollar. Carsten Fritsch, Rohstoffstratege der Commerzbank, kommentierte: 'Die OPEC+ kauft sich Zeit, um auf eine staerkere Nachfrage zu warten. Sollte sich das chinesische Konjunkturpaket entfalten, koennte das Bueundnis im zweiten Halbjahr 2026 erste Barrel zurueck in den Markt bringen.'

Fuer Deutschland und die EU bedeutet die Entscheidung weiterhin stabile, aber relativ hohe Energiepreise. Der durchschnittliche Importpreis fuer Rohoel duerfte bei rund 75 Euro je Barrel bleiben, was die Energiekostenbasis der deutschen Industrie belastet. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) warnte vor anhaltendem Wettbewerbsdruck gegenueber US-Konkurrenten, die von guenstigerem Shale-Oel profitieren. Auch die Mineraloelwirtschaft erwartet keinen nennenswerten Rueckgang der Tankstellenpreise vor dem Sommer 2026.

Spannungen innerhalb der Allianz bleiben jedoch bestehen. Insbesondere die VAE draengen seit Monaten auf eine Anhebung ihrer Foerderquote, nachdem das Land Milliarden in den Ausbau seiner Kapazitaet auf 5 Millionen Barrel pro Tag investiert hat. Auch Kasachstan ueberschreitet wiederholt seine zugewiesene Quote. Die naechste umfassende Ministerkonferenz ist fuer Juni 2026 angesetzt, wo eine moegliche schrittweise Rueckfuehrung der Kuerzungen im vierten Quartal diskutiert werden duerfte.

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