Petrobras durchbricht Marke von 2,5 Millionen Barrel pro Tag aus Pré-Sal-Feldern

Der brasilianische Konzern Petrobras erreicht einen historischen Meilenstein: Erstmals foerdern die Sub-Salt-Felder vor Rio de Janeiro mehr als 2,5 Millionen Barrel Rohoel pro Tag.

Der brasilianische Staatskonzern Petrobras hat einen historischen Meilenstein erreicht: Die Foerderung aus den Pré-Sal-Lagerstaetten im Atlantischen Ozean uebersteigt erstmals 2,5 Millionen Barrel Rohoel pro Tag (bpd). Damit liefern die Sub-Salt-Felder vor den Kuesten von Rio de Janeiro, São Paulo und Espírito Santo inzwischen rund 79 Prozent der gesamten brasilianischen Rohoelproduktion und festigen die Position des Landes als sechstgroesster Oelproduzent weltweit.

Das Pré-Sal-Reservoir, dessen Erschliessung 2006 mit der Entdeckung des Tupi-Feldes (frueher Lula) begann, hat sich zu einer der produktivsten Offshore-Provinzen der Welt entwickelt. Die Lagerstaetten liegen in Wassertiefen von bis zu 2.200 Metern und unter einer Salzschicht von bis zu 2.000 Metern Dicke. Trotz dieser technischen Herausforderungen erreichen die Brunnen Spitzenfoerderraten von ueber 40.000 Barrel pro Tag – ein Vielfaches eines durchschnittlichen Onshore-Brunnens.

Im Zentrum des juengsten Produktionsanstiegs stehen die FPSO-Plattformen (Floating Production Storage and Offloading) Almirante Tamandaré im Búzios-Feld sowie Anita Garibaldi im Mero-Feld. Beide Einheiten verfuegen ueber Verarbeitungskapazitaeten von jeweils 225.000 Barrel pro Tag und gehoeren zu den groessten ihrer Art weltweit. Petrobras-Vorstandsvorsitzende Magda Chambriard erklaerte: 'Das Pré-Sal ist nicht nur ein technologisches Wunderwerk, sondern auch der oekonomische Motor Brasiliens. Wir werden bis 2030 sechs weitere FPSOs in Betrieb nehmen.'

Die wirtschaftlichen Eckdaten beeindrucken: Die durchschnittlichen Foerderkosten im Pré-Sal liegen bei nur 5,80 US-Dollar je Barrel, die Lifting Costs inklusive Steuern bei rund 18 US-Dollar – ein globaler Wettbewerbsvorteil. Das Rohoel weist eine API-Dichte von 28 bis 30 Grad auf und ist damit ideal fuer die Produktion von Diesel und Schiffstreibstoff. Hauptabnehmer sind raffinierte Maerkte in China (38 Prozent), den USA (22 Prozent) sowie Europa, wobei deutsche Raffinerien in Heide und Karlsruhe regelmaessig brasilianische Ladungen verarbeiten.

Die Erfolge des Pré-Sal stehen jedoch im Spannungsfeld zur Klimapolitik der Regierung Lula. Praesident Luiz Inácio Lula da Silva positioniert Brasilien einerseits als Vorreiter der Energiewende mit Schwerpunkt auf Bioethanol und Windkraft, andererseits will er die Oelfoerderung bis 2029 auf 3,8 Millionen Barrel pro Tag steigern. Umweltschuetzer kritisieren insbesondere die geplante Erschliessung des Foz do Amazonas-Beckens nahe der Amazonasmuendung, fuer die Petrobras bislang keine Umweltgenehmigung erhalten hat.

Fuer die globale Energiebilanz bedeutet das brasilianische Foerderwachstum eine willkommene Diversifizierung. Gemeinsam mit Guyana, wo ExxonMobil mittlerweile ueber 650.000 Barrel pro Tag aus dem Stabroek-Block produziert, etabliert sich Suedamerika als entscheidende neue Angebotsquelle ausserhalb der OPEC+. Analysten von Rystad Energy prognostizieren, dass das Pré-Sal bis 2028 die Drei-Millionen-Barrel-Marke ueberschreiten und Brasilien damit zum viertgroessten Oelexporteur der Welt aufsteigen koennte – hinter Saudi-Arabien, Russland und den USA.

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